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Jola Grün-Schüler, 1. Vorsitzende Hauptstr. 31 56412 Nomborn Tel: 06485-8800957 j.gruen@sternwarte-diez.de |
Parallaktische Montierung für KleinteleskopeBauplanDie parallaktische Montierung ist ein Zusatzteil, mit dem das längere Beobachten eines bestimmten Objektes noch vereinfacht werden kann. Das Problem ist folgendes: Durch die Drehung der Erde scheinen die Sterne genau wie die Sonne (ist ja auch bloß ein Stern!) in Kreisbögen über den Himmel zu wandern. Wer also sein Teleskop auf ein Beobachtungsobjekt richtet, wird sehr bald merken, daß dieses von ganz allein aus dem Blickfeld auswandert. Dieser Effekt wird mit zunehmender Vergrößerung, also engerem Blickwinkel, noch weiter verstärkt. Man muß zum Beispiel bei einem südöstlichen Objekt das Teleskop erstens etwas aufrichten und zweitens etwas nach rechts schwenken. Es ist also eine Drehung um zwei Achsen erforderlich. Gelingt es uns nun, die eine Achse (wir sagen Polachse) parallel zur Erdachse, also auf den Himmelspol, auszurichten, dann brauchen wir die zweiachsige Bewegung nur noch zum ersten Einstellen des Objektes. Zum weiteren Beobachten braucht dann das Teleskop nur noch um die Polachse gedreht zu werden. Unsere einfache parallaktische Montierung basteln wir uns wieder mit einfachsten Mitteln und Werkzeugen wie sie jeder Heimwerker zu Hause hat. Benötigt wird folgendes Material:
An Werkzeug brauchen wir:
1. Schritt: 2. Schritt 3. Schritt 4. Schritt 5. Schritt
Genau so wird anschließend das zweite Vierkantholz an dem ersten montiert. Auf die Stumpfe Seite der Gewindestange kommt, diesmal richtig rum, die Flügelmutter, und zwar so weit, daß der Nagel durch die 3 mm-Bohrung gesteckt werden kann. Von der spitzen Seite her folgt dann die Feder, eine Unterlegscheibe, das Vierkantholz und wieder eine Unterlegscheibe. Genau wie vorher wird nun die Gewindestange mit der Spitze in die 8,5 mm-Bohrung des ersten Vierkantholzes eingeschraubt. Nun ist unsere parallaktische Montierung fertig, wir können sie auf das Fotostativ aufschrauben und unser Kleinteleskop am Stativadapter befestigen. Durch Schwenken des Stativkopfes kann nun die Polachse unserer Montierung auf den Polstern gerichtet werden. Dann werden die Schrauben des Stativkopfes fest angezogen, so daß die Polachse nicht mehr verrutscht. Um nun z. B. einen Stern einzustellen müssen beide Flügelmuttern gelöst sein. Das Fernrohr kann dann um beide Achsen der Montierung gedreht werden. Ist der Stern eingestellt, wird die Flügelmutter der Querachse, wir nennen sie Deklinationsachse, leicht angezogen, daß sich das Fernrohr um diese Achse nicht mehr bewegen kann. Die Flügelmutter der Polachse wird nur so leicht angezogen, daß das Fernrohr nicht mehr von alleine verrutscht aber noch von Hand leicht nachgeführt werden kann. Da das Teleskop und die auf der anderen Seite der Montierung herausragende Gewindestange wie bei einer Waage möglichst im Gleichgewicht sein sollen, ist es unter Umständen notwendig an der Gewindestange ein zusätzliches Gegengewicht zu befestigen. Das kann ganz leicht mit Hilfe der zwei weiteren Flügelmuttern und einiger großer Unterlegscheiben oder eines schweren Holzklotzes geschehen. Durch Verstellen der Flügelmuttern kann das Gegengewicht stufenlos verschoben und die Montierung ausbalanciert werden. Zur Zeit bin ich dabei, das nötige Material für den Stativadapter und die Montierung als vorbereiteten Bausatz für weitere Astro-Kurse oder für Vereinsmitglieder zusammenstellen. Wer daran Interesse hat, kann sich gerne per eMail mit mir in Verbindung setzten. So, und nun viel Spaß beim Beobachten! Stephan Grün, 28.01.1999 Impressum/Haftungsausschluss |
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